Ein Google Unternehmensprofil ist der Eintrag, der rechts neben den Suchergebnissen und in Google Maps auftaucht, wenn jemand nach deinem Unternehmen sucht. Diese Anleitung geht den Weg von vorne durch: was du vorher brauchst, wie du das Profil anlegst, wie die Verifizierung abläuft und an welcher Stelle Profile regelmäßig gesperrt werden.
Wenn dein Profil schon läuft und du es schärfer stellen willst, ist die 10-Punkte-Checkliste zum Optimieren der passende Text. Hier geht es um den Anfang.
Bevor du anfängst
Du brauchst ein Google-Konto. Nimm dafür möglichst kein privates Konto, sondern eines, das dem Unternehmen gehört, sonst hängt der Zugang später an einer einzelnen Person.
Dazu muss dein Unternehmen eine von zwei Bedingungen erfüllen. Google formuliert es so: entweder gibt es einen Standort, den Kunden besuchen können, oder du fährst zu deinen Kunden. Ein reines Postfach reicht nicht, und eine angemietete Postadresse, an der niemand arbeitet, ist ausdrücklich nicht zulässig.
Prüfe außerdem zuerst, ob es dein Profil schon gibt. Such einfach nach deinem Firmennamen plus Ort. Viele Einträge entstehen automatisch aus anderen Quellen, und dann musst du den Eintrag nicht neu anlegen, sondern beanspruchen.
Standort oder Einzugsgebiet
Diese Entscheidung triffst du beim Anlegen, und sie bestimmt, was Kunden später sehen.
Hast du ein Ladenlokal, eine Praxis oder ein Büro mit Schild an der Tür, dann gibst du die Adresse an und zeigst sie auch.
Fährst du dagegen zu deinen Kunden, bist du ein Unternehmen mit Einzugsgebiet. Google erlaubt dafür genau ein Profil, und die Adresse solltest du dann ausblenden. Für das Gebiet selbst nennt Google eine Faustregel: es sollte normalerweise nicht weiter reichen als etwa zwei Autostunden vom Sitz des Unternehmens, wobei für manche Betriebe auch größere Gebiete angemessen sein können.
Beides zusammen geht ebenfalls. Eine Werkstatt mit eigener Halle und zusätzlichem mobilem Service darf die Adresse zeigen und ein Einzugsgebiet angeben.
Eine Ausnahme solltest du kennen: Betriebe, die altersbeschränkte Produkte verkaufen, also etwa Alkohol, Cannabis oder Waffen, sind ohne Ladenlokal nicht als reines Einzugsgebiet zugelassen.
Der Name, und warum hier Profile gesperrt werden
An dieser Stelle gehen die meisten Profile kaputt, und zwar aus einem gut gemeinten Grund: der Versuch, Suchbegriffe in den Namen zu schreiben.
Googles Regel ist knapp. Der Name muss der echte Name sein, also der, der am Gebäude steht, auf der Website und auf deinen Rechnungen, und unter dem Kunden dich kennen.
Nicht in den Namen gehören laut Google:
- Werbeslogans. Aus "TD Bank, America's Most Convenient Bank" wird schlicht "TD Bank".
- Ortsangaben, die nicht Teil des echten Namens sind. Aus "Equinox near SOHO" wird "Equinox SOHO".
- Dienstleistungs- oder Produktangaben. Aus "Verizon Wireless 4G LTE" wird "Verizon Wireless".
- Filialnummern, das Zeichen ®, durchgehende Großschreibung, Öffnungszeiten, Telefonnummern und Internetadressen.
Google schreibt dazu, dass unnötige Zusätze im Namen nicht erlaubt sind und zur Sperrung des Profils führen können. Eine Formulierung wie "Malerbetrieb Müller Fassade Lackieren Göttingen" fällt genau in diese Kategorie.
Zur Genauigkeit noch eine Einschränkung: Googles Richtlinien sprechen an dieser Stelle nirgends von Keywords. Sie verbieten Dienstleistungs-, Produkt- und Ortsangaben. Das ist in der Praxis dasselbe Problem, aber es lohnt sich, die Regel so zu lesen, wie sie dasteht.
Kategorien
Die Kategorie sagt Google, was dein Unternehmen ist. Googles eigene Anleitung dazu ist angenehm konkret.
Nimm so wenige Kategorien wie nötig, um dein Kerngeschäft zu beschreiben, und wähle sie so spezifisch wie möglich. Der Test, den Google vorschlägt: die Kategorie muss den Satz "dieses Unternehmen ist ein ..." vervollständigen, nicht den Satz "dieses Unternehmen hat ein ...". Ein Hotel mit Restaurant ist ein Hotel, kein Restaurant.
Allgemeinere Kategorien ergänzt Google selbst im Hintergrund. Wer "Golfresort" wählt, wird automatisch auch unter Resort, Hotel und Golfplatz mitgeführt.
Was Google in diesen Richtlinien nicht sagt: wie viele Kategorien maximal erlaubt sind und was genau eine Hauptkategorie bewirkt. Beides wird online viel behauptet. In Googles eigener Dokumentation steht es nicht, also behandle Aussagen dazu als Erfahrungswerte und nicht als Regel.
Die Verifizierung
Ohne Verifizierung ist das Profil nicht öffentlich. Google bietet dafür mehrere Wege an: Telefon oder SMS, E-Mail, einen Live-Videoanruf und die klassische Postkarte.
Wichtig und oft missverstanden: du kannst dir die Methode nicht aussuchen. Google legt sie automatisch fest, abhängig von Art des Unternehmens, öffentlich verfügbaren Informationen, Region und Öffnungszeiten. In manchen Fällen verlangt Google sogar mehr als eine Methode.
Ist die Videoverifizierung verfügbar, empfiehlt Google sie ausdrücklich. Sie ist allerdings nicht für alle Unternehmen möglich und funktioniert nur innerhalb deiner Öffnungszeiten.
Für die Postkarte gelten ein paar Regeln, an denen Verifizierungen scheitern:
- Sie ist nicht für alle Unternehmen verfügbar.
- Die meisten Codes kommen laut Google innerhalb von 14 Tagen an. Eine garantierte Höchstdauer nennt Google nicht.
- Der Code besteht aus fünf Ziffern und läuft nach 30 Tagen ab.
- Solange du wartest, darfst du Name, Adresse und Kategorie nicht ändern. Tust du es doch, funktioniert der Code nicht mehr.
- Forderst du einen neuen Code an, wird der bereits verschickte ungültig. Das verlängert den Vorgang eher, als dass es ihn abkürzt.
Nach dem Einlösen prüft Google den Eintrag noch einmal. Diese Prüfung dauert laut Google bis zu fünf Werktage, in seltenen Fällen länger. Manchmal geht es auch sofort, etwa wenn die Website des Unternehmens bereits über die Search Console bestätigt ist.
Danach
Eine Frage, die dir jeder beantwortet und Google selbst nicht: wie lange es dauert, bis das Profil in der Suche und in Maps auftaucht. In Googles Dokumentation steht dazu keine Zahl. Was dort steht, sind die Postkartenlaufzeit und die Prüfdauer, und das sind zwei andere Dinge. Nimm Angaben wie "nach drei Tagen bist du drin" also als Schätzung.
Halte außerdem die Grundregel ein: ein Profil pro Unternehmen. Doppelte Einträge sorgen dafür, dass deine Angaben in Suche und Maps widersprüchlich angezeigt werden. Ausnahmen gibt es für einzelne Behandler und für Abteilungen, und Betriebe, die sich ein Gebäude teilen, etwa ein Restaurant in einem Hotel, bekommen jeweils ein eigenes Profil.
Wenn das Profil steht, geht es ans Feintuning. Welche Felder danach am meisten bringen, steht in der 10-Punkte-Checkliste. Und wenn du wissen willst, wie das Profil mit dem Rest deiner lokalen Sichtbarkeit zusammenhängt, hilft der Local-SEO-Leitfaden weiter.
Häufige Fragen
Brauche ich ein Ladenlokal? Nein. Ein Unternehmen, das zu seinen Kunden fährt, bekommt ein Profil mit Einzugsgebiet und blendet die Adresse aus. Ein Postfach oder eine angemietete Adresse ohne tatsächlichen Betrieb reicht dagegen nicht.
Mein Unternehmen steht schon bei Google, ohne dass ich etwas gemacht habe. Das kommt häufig vor, weil Google Einträge auch aus anderen Quellen bildet. Dann legst du kein neues Profil an, sondern beanspruchst das bestehende und verifizierst es.
Kann ich die Verifizierungsmethode wechseln? Nein. Google bestimmt die verfügbaren Methoden automatisch, und sie lassen sich nicht ändern.
Darf ich meine Stadt in den Namen schreiben? Nur wenn sie wirklich zum Firmennamen gehört. Ein Zusatz wie "Göttingen", der nur für die Suche angehängt wird, fällt unter die unzulässigen Ortsangaben und kann zur Sperrung führen.
Quellen
Alle Regeln in diesem Text stammen aus Googles eigener Dokumentation, gelesen am 22. Oktober 2026:
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