Google beantwortet immer mehr Suchanfragen direkt, mit einer KI-Zusammenfassung über den klassischen Ergebnissen. Die Frage, die uns Kunden dazu stellen, ist immer dieselbe: muss ich jetzt etwas anderes tun?
Die kurze Antwort von Google selbst lautet nein. Die längere Antwort ist interessanter, denn Google hat 2026 ausdrücklich aufgeschrieben, welche der gerade populären Maßnahmen für die Google-Suche nichts bringen. Einiges davon wird in Fachartikeln seit Monaten empfohlen.
Ändert sich SEO jetzt grundlegend?
Nein, und das ist keine Vermutung. Google schreibt in seiner Dokumentation zu KI-Funktionen, dass die bekannten SEO-Grundlagen weiter gelten, weil die generativen Funktionen auf denselben Ranking- und Qualitätssystemen aufsetzen wie die normale Suche.
Für die Sichtbarkeit in einer KI-Antwort muss eine Seite indexiert sein und mit einem Snippet in der Suche erscheinen dürfen. Zusätzliche technische Anforderungen nennt Google nicht.
Wie du siehst, ob du überhaupt vorkommst
Das ist der Teil, den die meisten überspringen, und er ist messbar.
Vertretungen in KI-Funktionen laufen in der Search Console in den normalen Zahlen mit, unter dem Suchtyp Web. Sie sind dort also nicht separat ausgewiesen.
Seit Juni 2026 gibt es zusätzlich eine eigene Ansicht für generative KI-Funktionen. Wichtig dabei: diese Ansicht nennt als Kennzahl Impressionen. Klicks werden in Googles Ankündigung nicht erwähnt. Wer dir eine exakte Klickzahl aus KI-Antworten verspricht, hat sie nicht aus der Search Console.
Praktisch heißt das: vergleiche deine Gesamtzahlen über die Zeit und schau dir die KI-Ansicht als zusätzliche Sichtbarkeitsangabe an. Eine saubere Trennung von Klicks nach Quelle gibt es nicht.
Was Google ausdrücklich nicht braucht
Hier wird es für alle interessant, die gerade Angebote für "GEO" oder "AEO" bekommen. Google listet in seinem Optimierungsleitfaden konkret auf, worauf du für die Google-Suche verzichten kannst.
llms.txt. Diese Datei wird seit einiger Zeit breit empfohlen, und allein in Deutschland wird etwa 1.900 Mal im Monat danach gesucht. Google schreibt dazu, dass die Google-Suche solche Dateien nicht verwendet und sie ignoriert. Sie schadet nicht, sie hilft aber für Google auch nicht. Wenn du sie für andere Systeme pflegen willst, ist das in Ordnung. Als SEO-Maßnahme ist sie keine.
Spezielles Markup für KI. Es gibt kein eigenes schema.org-Markup, das dich in KI-Antworten bringt. Strukturierte Daten bleiben für Rich Results sinnvoll, aber Google warnt ausdrücklich davor, sich zu sehr darauf zu konzentrieren.
Inhalte in Häppchen zerlegen. Das sogenannte Chunking, also Texte für KI-Systeme zurechtschneiden, steht auf Googles Liste der Dinge, die du für die Google-Suche ignorieren kannst.
Texte für KI umschreiben. Ebenfalls auf der Liste.
Erwähnungen einkaufen. Google nennt unechte Erwähnungen ausdrücklich als etwas, das du dir sparen kannst.
Das ist kein Grund, KI-Sichtbarkeit zu ignorieren. Es ist ein Grund, kein Geld für Maßnahmen auszugeben, von denen der Anbieter selbst sagt, dass sie bei ihm nichts bewirken.
Was du tatsächlich steuern kannst
Wenn du beeinflussen willst, wie viel von deinen Inhalten in Vorschauen und KI-Antworten auftaucht, nutzt du dieselben Steuerungen wie für normale Snippets: nosnippet, data-nosnippet, max-snippet und noindex.
Für nosnippet schreibt Google explizit, dass es für alle Ergebnisformen gilt, auch für AI Overviews und AI Mode, und zusätzlich verhindert, dass der Inhalt dort direkt verwendet wird. max-snippet begrenzt entsprechend.
Zwei Fallstricke dabei:
- Diese Steuerungen sind grob. Wer die Verwendung in KI-Antworten unterbindet, verliert in der Regel auch das normale Snippet, und damit meist Klicks.
- Eine per robots.txt gesperrte Seite wird gar nicht erst gelesen, also werden auch deine Snippet-Regeln dort nie gefunden.
Nicht verwechseln solltest du das mit Google-Extended. Das ist ein eigenes Token, mit dem du das Training und Grounding von Gemini-Modellen steuerst. Google schreibt dazu, dass es die Aufnahme in die Google-Suche nicht beeinflusst und kein Rankingsignal ist. Für AI Overviews in der Suche ist es also nicht der Hebel, als der es oft verkauft wird.
Was Google wirklich empfiehlt
Googles eigene Empfehlungen für KI-Suche sind unspektakulär, und genau das ist die Nachricht:
- Inhalte mit eigenem Wert, die es nicht schon zehnmal gibt.
- Eine gute Seitenerfahrung, unabhängig davon, woher der Besucher kommt.
- Technische Erreichbarkeit: Googlebot nicht blockieren, Seite funktioniert, Inhalt ist indexierbar.
- Vorschau-Steuerungen bewusst setzen statt zufällig.
- Strukturierte Daten, die zum sichtbaren Inhalt passen.
- Über Text hinaus denken, also gute Bilder und Videos, und gepflegte Einträge in Merchant Center und Unternehmensprofil.
- Den Wert eines Besuchs vollständig betrachten statt nur Klicks zu zählen.
Punkt sieben ist der, der in der Praxis am meisten ändert. Wenn ein Teil der Antworten künftig ohne Klick passiert, ist die Klickzahl allein eine schlechtere Messgröße als vorher. Anfragen, Anrufe und Umsatz aus organischem Verkehr sagen mehr.
Eine Zahl, die du mit Vorsicht behandeln solltest
Google schreibt, dass Klicks aus Ergebnisseiten mit AI Overviews qualitativ hochwertiger seien, weil Nutzer danach eher länger auf der Seite bleiben.
Das mag stimmen. Nur veröffentlicht Google dazu keine Zahlen, keine Stichprobe und keinen Zeitraum. Es ist eine Aussage des Anbieters über sein eigenes Produkt. Wenn jemand diese Behauptung in einem Angebot als Beleg verwendet, ist das kein Beleg.
Fazit
Für die Google-Suche ändert sich an der Arbeit weniger, als der Markt gerade suggeriert. Was sich ändert, ist die Messung: mehr Sichtbarkeit ohne Klick, eine separate Impressionsansicht seit Juni 2026, und keine saubere Klicktrennung nach KI-Funktion.
Das Geld, das du für llms.txt-Dateien und KI-Markup ausgeben würdest, ist in besseren Inhalten und einer schnelleren Website nachweislich besser aufgehoben. Das schreibt nicht nur eine Agentur, das schreibt Google.
Wenn du wissen willst, wie deine Seite technisch dasteht, bevor du über KI-Sichtbarkeit nachdenkst, hilft die Website-Relaunch-Checkliste beim Durchgehen. Und für lokale Betriebe ist das Unternehmensprofil nach wie vor der direktere Hebel als jede KI-Optimierung.
Quellen
Gelesen am 22. Oktober 2026, alles aus Googles eigener Dokumentation:
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